Weiterhin große Preisschere

aktuell, 26.03.2026

Warum Benzin und Diesel in unseren Nachbarländern günstiger ist.

An deutschen Tankstellen werden weiterhin Federn gelassen - nach wie vor liegen vor allem die Preise für Super-Benzin hierzulande deutlich über denen, die unsere Nachbarländer berappen müssen.

Gestern Abend (25.03., 19:00 Uhr) lag der durchschnittliche Literpreis für Super E10 bundesweit bei 2.024 Euro, für Diesel sogar bei 2.225 Euro (Quelle: clever-tanken.de).

Günstiger lässt sich der Tank weiterhin in unseren Nachbarländern füllen - etwa in Belgien.

Beispiel Belgien: Warum ist der Kraftstoff bei unseren Nachbarn deutlich günstiger?

Die niedrigeren Kraftstoffpreise in Belgien haben vor allem strukturelle Ursachen. Ein zentraler Punkt ist das staatlich regulierte Preissystem: Der Staat legt einen Höchstpreis fest, den Tankstellen nicht überschreiten dürfen.

Zudem werden die Preise in der Regel nur einmal täglich angepasst und bleiben danach stabil. Das sorgt für vergleichsweise gleichbleibende Preise und weniger kurzfristige Preissprünge.

Super deutlich unter 2,00 Euro -
Kraftstoffpreise in Belgien am 26.03.2026

In Deutschland hingegen funktioniert der Kraftstoffmarkt deutlich freier.

Tankstellen können ihre Preise mehrfach am Tag verändern und reagieren flexibel auf Nachfrage, Konkurrenz und Tageszeit. Das führt nicht nur zu stärkeren Schwankungen, sondern auch häufig zu kurzfristig höheren Preisen.

Ein weiterer entscheidender Faktor sind die Abgaben: Energiesteuer (ca. 65,45 Cent/Liter), CO₂-Abgabe (ca. 15–17 Cent/Liter) sowie Mehrwertsteuer (19 %) fallen in Deutschland insgesamt höher aus und treiben den Endpreis spürbar nach oben.

Auch die Marktstruktur spielt eine Rolle: In Belgien begrenzen staatliche Vorgaben die Gewinnmargen stärker, während in Deutschland der Wettbewerb freier agiert.

Hinzu kommt die angespannte Versorgungslage infolge des Iran-Konflikts.

Engpässe bei der Rohölversorgung und logistische Probleme treiben die Handelspreise an den Märkten in die Höhe.

Abhängig vom weiteren Verlauf der Situation im Nahen Osten könnte dies in den kommenden Monaten im schlimmsten Fall zu längeren Versorgungsknappheiten führen. In Extremfällen wären sogar Rationierungen denkbar, was die Preisstabilität und die Versorgungssicherheit zusätzlich belastet.

Für Verbraucher und Tankstellenbetriebe bleiben die Aussichten somit vorerst unsicher - auch wenn der Bundestag heute das Spritpreis-Paket beschlossen hat. 

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