Die anhaltende Trockenheit setzt den Gewässern in vielen Teilen Deutschlands weiter zu. Nicht nur am Rhein, auch an der Sieg verschärft sich die Lage deutlich: Der Fluss steuert auf den niedrigsten Wasserstand seit Beginn der Aufzeichnungen zu.
Die monatelange Niederschlagsarmut hat Pegelstände und Durchflussmengen der Sieg auf besorgniserregende Tiefstwerte fallen lassen.
Am Pegel Menden etwa liegt der Wasserstand derzeit bei nur noch etwa 10 cm – für das kommende Wochenende werden sogar Werte von nur noch 6 bis 8 cm erwartet. Auch der Abfluss geht massiv zurück: Während die Durchflussmenge in der nächsten Woche voraussichtlich unter die Marke von 2 m³/s fällt, droht Anfang Oktober ein historischer Einbruch auf nur noch etwa 1 m³/s!
Damit steuert die Sieg auf ein historisches Rekord-Niedrigwasser zu. Das bisherige Allzeittief beim Abfluss wurde am 16. September 1973 mit 2,19 m³/s gemessen, gefolgt vom Dürrejahr 1976 mit 2,21 m³/s.
Sollte der Abfluss im Oktober tatsächlich auf rund 1 m³/s absinken, würde das bisherige Allzeittief seit dem Beginn der Aufzeichnungen am 1. November 1964 weit unterboten. Selbst der Blick in alte Chroniken unterstreicht die Einzigartigkeit der Situation: Nicht einmal aus dem extremen Dürrejahr 1540 gibt es Berichte über ein vollständiges Austrocknen des Flusses.
Diese historische Trockenheit stellt das gesamte Ökosystem der Sieg vor eine extreme Belastungsprobe. Auch vor Ort zeigt sich die Krise deutlich: An der Bergheimer Siegfähre (Foto) berichtet Fährkapitän Gabriel, dass extremes Niedrigwasser den Fährbetrieb vor große Hürden stellt.
Fehlt durch den niedrigen Wasserstand die Strömung des Flusses, fehlt der Fähre der natürliche Antrieb – was das Übersetzen stellenweise sogar schwieriger macht als bei Hochwasser.
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