Erntezeit am Rheinufer

aktuell, 16.10.2026

Tomaten, Stechapfel, Physalis: Wer aktuell auf den Kiesbänken am Rheinufer unterwegs ist, stößt immer wieder auf überraschende Gewächse - doch wie kommen sie überhaupt dorthin?

Wer auf den Kiesbänken am Rheinufer unterwegs ist, stößt immer wieder auf überraschende Gewächse: Mitten zwischen Steinen und Treibgut gedeihen dort wilde Tomatenpflanzen, Physalis (Kapstachelbeeren) und der markante Stechapfel.

Dass sich diese Pflanzen denselben Standort teilen, ist kein Zufall – sie gehören alle zur Familie der Nachtschattengewächse.

Stechapfel am Bonner Rheinufer

 

Woher kommen die Pflanzen im Uferbett?

Die Samen von Nachtschattengewächsen sind extrem widerstandsfähig: Sie verfügen über eine dicke Schale und sind so aufgebaut, dass sie tage- oder gar wochenlang im Wasser treiben können, ohne abzusterben oder ihre Keimfähigkeit zu verlieren.

Während die Samen von Tomaten und Physalis oft über Abwässer oder entsorgte Küchenabfälle in den Rhein geraten, werden die Kapseln des Stechapfels bei Hochwasser mitgerissen und stromabwärts gespült.

Wenn der Wasserstand sinkt, lagern sich die Samen auf den frisch freigelegten Kies- und Sandflächen ab. Die kargen Ufer bieten ihnen dabei ideale Keimedingungen: Das dunkle Gestein speichert die Hitze der Sonne, während der feuchte Untergrund reichlich Nährstoffe liefert. So entstehen kleine botanische Oasen mitten im Strom.

Aber Vorsicht beim Erkunden: Während die wilden Tomaten und die reifen Beeren der Physalis harmlos sind, ist der Stechapfel in allen Pflanzenteilen hochgiftig und sollte keinesfalls berührt oder gar gegessen werden.

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