aktuell, 30.08.2025
Klimaanomalie: Auswirkungen auf das globale UND unser Klima?
Nach einem weitgehend neutralen Jahr 2025 stellt sich das globale Wettersystem nun auf eine La Niña-Anomalie um.
Diese Schwankung im tropischen Pazifik hat weitreichende Folgen für Temperatur- und Niederschlagsmuster rund um den Globus. Während sich in einigen Regionen kühlere Bedingungen und erhöhte Niederschläge einstellen, drohen anderen anhaltende Trockenperioden. Die aktuelle Umstellung markiert daher einen entscheidenden Moment für Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Katastrophenvorsorge.
Unsere Grafik veranschaulicht das Wetterphänomen nochmals:
Was ist die Wetteranomalie La Niña?
La Niña wird auch als "Kleine Schwester" El Niños bezeichnet und ist sein Gegenstück. Es tritt meist im Anschluss auf ein El Niño-Phänomen auf. Das von El Niño erwärmte Oberflächenwasser im Äquatorialbereich wird hier wieder rapide abgekühlt. Dies geschieht durch den hohen Luftdruckunterschied zwischen Südamerika und Indonesien.
Die Folge davon ist, dass das Wasser durch wieder verstärkte Passatwinde in Richtung Westen getrieben wird. So wird vermehrt kaltes Wasser in den Auftriebsgebieten Südamerikas an die Oberfläche transportiert.
Die stärkeren Winde bei La Niña sorgen dafür, dass die Wolken in der innertropische Konvergenzzone (ITC) weggeschoben werden und der Regen ausbleibt. Schwere Dürren, wie sie zeitweise während La Niña-Phasen in Ostafrika herrschten, können unter anderem Folge sein.
Die letzten starken La Niña-Ereignisse fanden 1995/96, 1988/89 und 1975/76 satt. Die sonst so ausgeglichenen Schwesterereignisse haben sich im Laufe der Zeit jedoch verändert: La Niña-Phänomene sind im Vergleich zu den El Niño-Ereignissen in den letzten ca. zwei Jahrzehnten deutlich seltener aufgetreten. Dies macht den Effekt von El Niño deutlich intensiver und auch schädlicher.
Auswirkungen auch für uns?
Durch die besagten Naturphänomene kann es bei La Niña zu starken Dürren, bei El Niño dagegen eher zu schweren Regenfällen kommen. Gewinner wie auch Verlierer gibt es etwa in Süd- und Ostamerika: Im Süden der USA kann es zu starken Regenfällen kommen, was positive Auswirkungen für die Mais-, Reis-, Weizen- und Sojabohnenernte zur Folge hat. Die negativen Folgen anhaltender Dürreperioden bewirken das Gegenteil im Südosten der USA, aber auch in China, im Osten und Westen Afrikas sowie in Indonesien.
Die Auswirkungen für Europa sind dagegen überschaubarer: Durch das allgemeine leichte Absinken der Erdtemperatur sind etwa mitteleuropäische Sommer in La Niña-Jahren in Vergangenheit häufig zu kalt und von längeren Regenphasen geprägt gewesen.
In Stein gemeißelt ist dies aber noch lange nicht - denn gerade unsere Breiten liegen nicht im direkten Einflussgebiet der Klimaanomalien. So waren, bis auf wenige Ausnahmen, in vielen La Niña- und El Niño-Phasen die Auswirkungen auf Mitteleuropa kaum belegbar.
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